Barrierefreiheit ist keine „Nice-to-have“-Disziplin mehr. Mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) wird digitale Barrierefreiheit für bestimmte Produkte und Dienstleistungen verbindlich – und betrifft insbesondere Angebote im elektronischen Geschäftsverkehr wie Online-Shops und vergleichbare digitale Service-Strecken. Wer jetzt sauber umstellt, reduziert Risiko und gewinnt gleichzeitig Reichweite, Vertrauen und Conversion.
1) Was bedeutet BFSG – und wen betrifft es?
Das BFSG setzt in Deutschland Anforderungen um, die aus dem europäischen Kontext (European Accessibility Act) kommen und ab 28. Juni 2025 anwendbar sind.
Praktisch relevant ist es besonders für Unternehmen, die digitale Dienstleistungen für Endkund:innen (B2C) anbieten – z. B. Online-Shops, Buchungen, Formulare, digitale Kundenprozesse.
2) Warum Barrierefreiheit ein Growth-Hebel ist (nicht nur Pflicht)
Barrierefreiheit verbessert fast immer:
Mobile UX (klarere Struktur, weniger Friction)
Conversion (Formulare, Checkout, Fehlerhandling)
SEO-Signale (sauberer Content, Struktur, semantische HTML-Elemente)
Und: Ihr schließt mehr Menschen nicht aus – ein echter Marken- und Vertrauensfaktor.
3) Die BFSG-Checkliste: 12 Punkte, die 80% der Probleme lösen
A) Navigation & Bedienung
Tastatur vollständig nutzbar (Menüs, Slider, Modals, Checkout)
Sichtbarer Fokus (man sieht immer, wo man sich befindet)
Skip-to-content / Sprunglinks (schnell zum Inhalt)
Keine „Keyboard-Traps“ (z. B. Popups, die man nicht verlassen kann)
B) Inhalte & Lesbarkeit
Kontraste ausreichend (Text, Buttons, Links)
Sinnvolle Überschriftenstruktur (H1 → H2 → H3, keine „Design-H2 ohne Logik“)
Alt-Texte für informative Bilder (nicht für Deko)
Linktexte mit Bedeutung („Mehr erfahren“ allein ist zu wenig)
C) Formulare & Checkout (der Conversion-Killer)
Labels sauber verknüpft (nicht nur Platzhalter)
Fehlermeldungen verständlich + feldbezogen („Was genau ist falsch?“)
Eingabehilfe (Beispiele, Format-Hinweise, Pflichtfelder klar)
Zeitlimits & Captchas barrierearm (z. B. Alternativen anbieten)
4) Shopware & BFSG: Warum Shops besonders schnell betroffen sind
Shopware selbst kommuniziert Barrierefreiheit als klares 2025-Thema für Händler (Stichtag 28. Juni 2025) und gibt Umsetzungsansätze (z. B. Themes, Guidelines).
Heißt für euch: Wenn ihr einen Shop betreibt, ist Barrierefreiheit nicht nur „irgendwann“ relevant – sie betrifft sehr konkrete Touchpoints: Produktlisting, Warenkorb, Checkout, Kundenkonto, E-Mails, PDFs.
5) So gehen wir bei Rours pragmatisch vor (ohne monatelange Mammutprojekte)
Phase 1: Quick Audit (1–2 Tage)
30–50 Checks (automatisiert + manuell)
Top-Issues priorisiert nach „Impact + Aufwand“
Phase 2: Quick Wins (1–2 Wochen)
Kontraste, Fokus, Struktur, Formulare, Kritisches im Checkout
Phase 3: Sauberer Standard (laufend)
Komponenten-System + Guidelines, damit neue Inhalte automatisch barrierearm bleiben
Fazit
BFSG-Barrierefreiheit ist 2025 ein Muss – aber auch eine Chance: bessere UX, bessere Conversion, stärkeres Markenvertrauen. Wenn du willst, machen wir einen Barrierefreiheits-Check eurer Website (inkl. Maßnahmenplan mit Prioritäten).
Bleiben wir in Kontakt.
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